Gegendarstellung zum Kommentar „Folgen des Desasters“ von Lokalredakteur Markus Honervogt , OVB- Mühldorf vom 15.10.2018


Mühldorf den 16.10.2018

Sehr geehrter Herr Honervogt,

wir beziehen uns auf Ihren Kommentar „Folgen des Desasters“ vom Montag den 15.10.2018.
Ihre Darstellung in diesem Kommentar über die politischen Kräfteverhältnisse nach der Landtagswahl im Stimmkreis Mühldorf entspricht NICHT den Tatsachen. Wieso verbreiten Sie Unwahrheiten über das Abschneiden der AfD im Stimmkreis?
Die AfD wurde mir 12,4% Stimmenanteil ZWEITSTÄRKSTE Kraft im Stimmkreis 122 Mühldorf.
Auch Ihre Aussage, die grüne Kandidatin hätte mehr Erststimmen erhalten als der AfD- Kandidat ist unzutreffend. Frau Bogner erhielt gemäß amtlichem Endergebnis 6748, Oliver Multusch 7501 Erststimmen. Bezieht man die Zweitstimmen mit ein, wird der Unterschied noch deutlich größer.
Demnach erreichte Oliver Multusch 12062 Stimmen, Frau Bogner 8929.
Wieso also stellen Sie diese Fakten in Ihrem Kommentar genau anders herum dar?
Wir erwarten eine Erklärung, sowie eine Berichtigung Ihrer Zahlen in einer Gegendarstellung. Selbstverständlich nicht irgendwo, sondern am gleichen Platz und in der gleichen Aufmachung wie Ihr Kommentar!
Wir sind es mittlerweile gewohnt von der Ortspresse meist ignoriert, wenn doch erwähnt, dann meist als extrem beschimpft zu werden. Auch dass in „Berichte“ immer wieder die persönliche Meinung des Verfassers wertend mit einfließt, nehmen wir mittlerweile meist auch deshalb belustigend zur Kenntnis, weil wir von den Menschen draußen im Land eben immer wieder auf diese Widersprüche angesprochen werden.
Aber Sie haben nun mit Ihrem „Kommentar“ eine neue Ebene des unseriösen Journalismus im OVB betreten. Insofern steht es Ihnen überhaupt nicht zu, sich über den Politikstil des AfD KV-Mühldorf negativ zu äußern. Sinnvoller und vor allem verantwortungsvoller wäre es, Ihre Berichte neutral und weniger beeinflusst von Ihrer persönlichen politischen Meinung und Ihre Kommentare Tatsachen-gerechter und wahrheitsgemäß zu verfassen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Multusch
Kreisvorsitzender
AfD KV-Mühldorf

Quelle:  Original Kommentar OVB


im Wortlaut: 

Folgen des Desasters

„Der landesweite Erdrutsch hat natürlich auch den Kreisverband der CSU und seinen Kandidaten Marcel Huber erwischt.

Dabei fällt auf, dass die Erosion im Landkreis so stark ist wie im übrigen Bayern, die Entwicklung zu Protestwahlen und Polarisierung macht auch vor dem Landkreis nicht halt. Sie zeichnet sich als eine der großen Aufgaben ab, auch mit Blick auf die Kommunalwahlen in eineinhalb Jahren. Trotz der herben Verluste bleibt die CSU die mit Abstand wichtigste politische Kraft und darf in die neue Wahlperiode mit einem komfortablen Vorsprung freuen.

Profitiert vom schwächeren Abschneiden haben vor allem Freie Wähler und Grüne, die sich deutlich verbessert haben und jetzt auch auf überkommunaler Ebene eine ernst zu nehmende Rolle erreicht haben. Mit Grünenkandidatin Judith Bogner, die aus dem Stand und vorher relativ unbekannt die zweitmeisten Erststimmen auf sich vereinen konnte, könnte sich mittelfristig neben Huber eine weitere starke Politikerin im Landkreis etablieren.

Dass die SPD im Landkreis zunehmend zur Kleinstpartei wird und nicht einmal ein Drittel der Stimmen von 2013 erhielt, ist eine desaströse Entwicklung. Ob die schon den Boden erreicht hat, ist fraglich, denn voraussichtlich verliert die Partei mit Günther Knoblauch ihre Galionsfigur im Landkreis.

Weit hinter die vor allem in sozialen Netzwerken selbst verkündeten Ansprüche ist die AfD im Landkreis gefallen. Damit sind die Befürchtungen aber nicht vom Tisch, dass sich die AfD auch im Landkreis dauerhaft etablieren wird. Denn hinter den Grünen wurde die Partei zur drittstärksten Kraft und überflügelte sogar die starken Freien Wähler. Damit steht auch dem Landkreis künftig viel häufiger eine lautstarke, krawallige Politik ins Haus, die auf die meisten politischen Fragen aber keine Antworten hat und weiter polarisieren wird.“


 

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